Das Autorennen der Zukunft

Veröffentlicht am 24. Oktober 2013 von Roman
Lesezeit: Lesezeit: cirka 2 Minuten (2 Bilder)

Wir sagen es ja immer. Warum gibt es soviele Unternehmen, die einst ein total geiles Produkt hatten und damit zum unangefochtenen Marktführer avancierten, im Lauf der Zeit dann aber einfach innovativ stehen geblieben sind. Wie die Niemetz-Schwedenbomben zum Beispiel, wo man einfach sich nur auf dem eingeführten Produkt ausruhte und so schön langsam in die Insolvenz rutschte. Anki Drive scheint hier den Platzhirschen Carrera herauszufordern.

Carrera Rennbahnen kennen wir noch alle aus unserer Jugend - und sie haben sich immerhin bis heute gehalten und sogar einiges an Neuentwicklungen zusammen gebracht. Aber irgendwie im Schneckentempo. Immerhin hat man vor einigen Jahren die Digitalisierung der Tracks geschafft, so dass auf einer Spur mehrere Autos fahren können. Damit einher gegangen sind sogar geringfügige Möglichkeiten, die Autos elektronisch einzustellen (Beschleunigung, Bremswirkung, ...) oder einen digitalen Rundenzähler zu installieren. Bei beiden Entwicklungen wundert man sich aber über die antiquierte Herangehensweise. Wäre es doch so einfach mittels Bluetooth oder WLAN ein Smartphone oder Tablet mit Autos und Rennstrecke zu verbinden und viel mehr Steuerungsmöglichkeiten zu haben. Von kleinen integrierten Kameras reden wir da noch gar nicht, wo beispielsweise spektakuläre Überholmanöver in Zeitlupe auf ein verbundenes iPad übertragen würden. Alles Zukunftsmusik? Bei Carrera scheinbar schon - wenn hier überhaupt etwas ähnlich zeitgemäßes in Planung ist.

Inzwischen hat eine junge Truppe aus Amerika hier ein komplett neuartiges Rennspiel entwickelt - und zwar genau unter den oben genannten technischen Voraussetzungen. Kameras und Bewegungssensoren erfassen die Autos die komplett ohne Stromabnehmer (was leider keine 24-Stunden Rennen zulassen wird) auf einem Track frei ihre Runden ziehen können. Und dabei entweder von Menschen oder einer künstlichen Intelligenz gesteuert werden. Dabei sollen die Autos (bzw. die Prozessoren in den Smartphones dahinter) immer lernen, Fahrstil und Überholtechniken erkennen und so den Spielspaß lange aufrecht erhalten. Und weil ohnehin schon eine Menge Technik im Spiel ist, hat man auch noch ein paar witzige Tools wie virtuelle Waffen oder Boosts mit eingebaut. Unterschiedliche Autos und Spielmodi sollen zur Verfügung stehen. Dass sich Runden und Rundenzeiten so automatisch erfassen lassen versteht sich von selbst. Und ich denke, dass ist erst der erste Schritt. Denkbar ist hier auch eine Verknüpfung mit TV, Tablet oder Story, wo beispielsweise unterschiedliche Aufgaben ähnlich wie Missionen vorgestellt, kommentiert und begleitet würden. Die Technik haben wir heute dazu bereit in der Hand (bzw. in der Hosentasche) - man muss sie nur kreativ und intuitiv einsetzen.

Anki Drive ist seit gestern in Amerika erhältlich (das Basisset kostet 199$ und es können noch weitere Autos dazu gekauft werden) - dazu benötigt man eine freie Version der iPhone App (die im Moment aber scheinbar auch nur im US Appstore erhältlich ist). Wenn man demnächst dann auch noch andere Untergründe mit ausgefalleneren Tracks verkauft, dann hat man wirklich eine reale, feine und ziemlich zeitgemäße Rennlandschaft in der Wohnung stehen.

Und was denken sich die Leute bei Carrera (wahrscheinlich in der Entwicklung alle gefühlte 55+ Jahre alt) nun? Ach, das geht vorbei - wer will schon auf einer kleinen Rennstrecke mit einem vom iPhone aus gesteuerten Auto im Kreis fahren? Wahrscheinlich ist das sogar zu befürchten. Inzwischen hätte man bei Carrera so vielversprechende Möglichkeiten. Echte Autos (die auch noch ein Gewicht haben - inklusive Reifentuning und Co), eine ununterbrochene Stromversorgung für wirklich langen Rennspaß und jede Menge Lizenzpartner, die erst die vielen schönen Boliden möglich machen. Man hat hier aber verabsäumt mit der Zeit zu gehen. Und viele Unternehmen, denen es so geht, gehen eben mit der Zeit. CARRERA - BITTE AUFWACHEN. Wir hätten schon lange eine große Bahn gekauft und unsere Jugend neu beim Rennspiel aufflammen lassen, wenn man hier einfach eine gute Integration mit der Technik von heute gehabt hätte. So drehen wir gerne mal eine Runde bei Freunden oder wenden uns einem digitalen Rennspiel zur Entspannung zu. Anki Drive dürfe hier ein tolles Mittelding sein und wir sind schon sehr gebannt, wann wir das mal in echt austesten können.

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2 Kommentare
  • Herbert
    29.10.2013

    Gehts auch ohne Maschinengewehr?!

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    Roman
    29.10.2013

    Klar - man hat auch die Option Boost - dann wird das Auto einfach für einen kurzen Moment schneller

Das passt dazu